Freiwillige Feuerwehr Hoppenrade / Buchow-Karpzow

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Kein Kommentar 14. Juni 2013

Teil 1 (Fischbeck)

Am Sonntag (09.06.) vormittag wurde die Brandschutzeinheit Havelland alamiert um nach Fischbeck zum Hochwasser zu fahren. 4 Kameraden aus unserer Wehr und Kameraden aus den Einheiten Wustermark und Elstal waren Teil dieser Brandschutzeinheit (insgesamt 17 Kameraden). Treffpunkt aller Einheiten war zunächst Nauen und von dort aus ging es nach Rathenow und weiter nach Fischbeck. Ein Teil unseres Teams wurde auf den Deich beordert um dort zu untersützen, der restliche Teil richtete mit der LF16/12 (Einheit Wustermark) einen Hubschrauber Landeplatz her und war dafür zuständig gefüllte „Big Bags“ am Hubschrauber anzubringen. Youtube Video

Teil 2 (Wust)

Am Dienstag (11.06.) wurden wir erneut alarmiert. Wir fuhren dann in einem Bereitstellungsraum in Rathenow und warteten auf weitere Anweisungen. Später ging es dann nach Wust um den bedrohten Ort zu schützen. Dort wurden Sandsäcke gefüllt und Häusen geschützt. Leider musste dieser Ort am Abend evakuiert werden!

Wir wünschen allen Betroffenen viel Unterstützung in dieser schweren Zeit.


Am besten lassen sich die empfunden Eindrücke mit Bilder wiedergeben:

Hochwasser 2013


nun folgend ein Beitrag aus der „Märkischen Allgemeine“, zitat:

Zweimal am Brennpunkt
Die Brandschutzeinheit Havelland war am Elbdeich bei Fischbeck und bei der Sicherung von Wust im Einsatz

RATHENOW – Unter den vielen dramatischen Bildern von der Hochwasserkatastrophe, die es schon zu sehen gab, sind die Bewohner des Kreises Havelland sicher von den Aufnahmen besonders berührt worden, die Fischbeck, Kabelitz und Wust zeigen. Der gebrochene Elbdeich und die Orte liegen zwar im Bundesland Sachsen-Anhalt, doch sind sie nur wenige Kilometer entfernt. Die Brandschutzeinheit Havelland ist dort zweimal an den Brennpunkten des Geschehens im Einsatz gewesen. Der Verband, der aus Abordnungen zahlreicher Feuerwehren des Kreises besteht, half mit bei den Versuchen, den Deich nahe Fischbeck zu sichern und Wust vor dem Wasser zu schützen.

Lothar Ruff aus Brieselang, Kommandeur der Brandschutzeinheit, hat zusammen mit seinem Stellvertreter Jürgen Scholz aus Wustermark berichtet, was geschehen ist. Bereits am Sonntagnachmittag, als Landrat Schröder für das westliche Havelland den Katastrophenzustand ausrief, kam der Verband zum Einsatz. 167 Kräfte halfen beim Versuch, den Elbdeich bei Fischbeck zu retten. Ab 13.30 Uhr füllten und verlegten sie Sandsäcke. Einige hängte Big Bags an den Hubschrauber. Unterstützung gab ein Einsatzverband der Bundeswehr. Um 20 Uhr beendeten die Havelländer ihren Einsatz und wurden von der Brandschutzeinheit Oberhavel abgelöst. Nicht lange danach wurde der Verband zurückgezogen und Stunden später brach der Deich.

Nachdem die Feuerwehrleute Sonntagnacht in ihre Heimatorte zurückgekehrt waren, wurden sie Dienstag ganz früh erneut alarmiert. Ab 7 Uhr hielten sie sich im Bereitstellungsraum an der Havellandhalle zur Verfügung. Man muss dazu wissen, dass die Alarmierungen ihren Ursprung nicht im Rathenower Krisenstab haben, weil es sich um Notlagen in Sachsen-Anhalt handelt. Hat der Stendaler Krisenstab zu wenig Leute zur Verfügung, fordert er beim Rathenower Stab weitere Kräfte an. Die Brandschutzeinheit Havelland wurde von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren Falkensee, Brieselang, Friesack, Dallgow, Ketzin, Nauen, Schönwalde, Wustermark, Rathenow, Premnitz und Nennhausen gebildet. Wehren im Raum Rhinow und Milower Land wurden nicht angefordert, weil sie selbst Lagen zu erwarten hatten. Deshalb wurden auch Teile der Rathenower Feuerwehr nicht geholt. Um 16 Uhr am Sonntag erhielt der Verband dann den Auftrag, den vom Hochwasser bedrohten Ort Wust zu schützen. Er bestand diesmal aus 222 Leuten und bekam Unterstützung von 55 Bundeswehrsoldaten und zirka 120 weiteren freiwilligen Helfern. Sie ummantelten bis zur unteren Fensterkante die Häuser mit Folie, die sie dann mit Sandsäcken sicherten. Sie füllten und stapelten Sandsäcke an zahlreichen Stellen. Die psychische Belastung der Beteiligten wuchs enorm, weil das Wasser sich näherte. Um 18.10 Uhr kam die Anordnung, den Ort zu evakuieren. Um 22.30 Uhr standen die Busse bereit. Noch bis 23.30 Uhr blieb die Brandschutzeinheit Havelland im Einsatz. Dann musste der Ort aufgegeben werden. „Alle unsere Kräfte haben bis zur Erschöpfung gearbeitet“, hat Lothar Ruff gesagt, „sie sind an die Grenze der Belastbarkeit gegangen.“

In Fischbeck und zwei Tage später in Wust trieb sie sicher auch die Angst der Einwohner voran, deren gleichzeitige Freude über die vielen freiwilligen Helfer sehr groß gewesen ist. Trotzdem konnte Wust nicht gehalten werden. Nicht alle Feuerwehrleute haben das gut verkraftet. Nachdem gegen 23 Uhr ein Feuerwehrmann mit einem Kreislaufzusammenbruch ins Krankenhaus kam, musste gegen 1.30 Uhr ein jüngerer Kamerad wegen psychischer Probleme nach Hause gebracht werden. „Das war sein erster großer Einsatz“, erklärte Lothar Ruff. Er habe einfach nicht verstehen können, dass so viel für Wust getan worden sei und es doch nicht zu retten war. Auch andere Männer haben geweint.

Für Lothar Ruff, der 65 Jahre ist und davon 40 in der Feuerwehr, war es der sechste Hochwassereinsatz. „Bei Fischbeck und Wust waren alle Einsatzkräfte hoch motiviert“, fasste er zusammen, „wir haben alle Aufgaben, die wir bekamen, vollständig umgesetzt.“ (Von Bernd Geske)

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12531925/61759/Die-Brandschutzeinheit-Havelland-war-am-Elbdeich-bei-Fischbeck.html

Kategorie: Aktuelles

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